Mistelbach
09.03.2022

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Das ist die Zahl der Ukraine Flüchtlinge die Dienstag um 5 Uhr in der Früh in Mistelbach eingetroffen sind. Nach 18 stündiger Fahrt mit einigen Herausforderungen kamen Kinder zwischen 2 und 15, sowie Mamas, eine Studentin und 2 Omas an.

Alle waren sehr, sehr dankbar jetzt in Sicherheit zu sein. Schockierend war, wie wenig sie auf die Flucht mitnehmen konnten. Die meisten hatten nur einen kleinen Trolley, wie man ihn fürs Handgepäck im Flugzeug hat. Das war für mich als Mama schockierend, da ich sogar auf einen Tagesausflug mehr mitnehme für unsere Kinder. Die Tatsache, dass ein Kind alles, inklusive Kleidung in einen kleinen Trolley packen und alles andere hinter sich lassen musste, ist schon herausfordernd. Teilweise sehr surreale Situationen haben sich abgespielt. Es gab Kinder die während dem warten auf ihre Quartiergeber sorglos gespielt haben, wie jedes andere Kind auf der Welt auch, während ein anderes aus lauter Überforderung von Weinkrämpfen geschüttelt wurde.

Wir haben alle mit Getränken beziehungsweise Kleinigkeiten zum Essen versorgt und Hygieneartikel ausgegen. Parallel dazu wurde erfasst, wer aller da ist und wie groß die Familien sind. Anschließend wurden rasch alle Quartiergeber angerufen, damit sie die Familien abholen konnten.

Wir sind unglaublich dankbar, dass alles so gut funktioniert hat. In nicht einmal 24 Stunden waren alle Quartiere organisiert und alles abgewickelt. All das war nur möglich, weil so viele selbstlos geholfen haben. Auch die Gemeindeglieder der Adventgemeinde Mistelbach haben tatkräftig geholfen und Menschen aus der Ukraine aufgenommen. Es geht allen soweit gut, zwei Kinder wurden krank, aber dank zweier Ärzte kostenlos versorgt. Die Erlebnisse im Krieg und auf der Flucht verarbeiten die Menschen sehr unterschiedlich. Manche haben Alltag, soweit es unter diesen Bedingungen möglich ist und sind guter Dinge. Andere brechen immer wieder unkontrolliert in Tränen aus, weil die Erlebnisse und was sie verloren haben hochkommt und sie überwältigt sind, von der unbekannten Umgebung. Aber alle bringen zum Ausdruck wie dankbar sie sind, hier herzlich aufgenommen worden zu sein und gut versorgt zu werden. Heute Abend treffen weitere Flüchtlinge ein und in den kommenden Tagen auch. Wir organisieren weiterhin Privatquartiere und Sachspenden um die Menschen versorgen zu können. Geplant sind wöchentliche Trefffen an denen die Menschen nicht nur versorgt werden, sonder auch mit ihren geflüchteten Landsleuten in Kontakt sein können. Damit wird kommende Woche gestartet. Wir, als ZeFaBe - Zentrum für Familie und Begegnung Team, sind Gott dankbar, dass er uns die Möglichkeit gibt, diesen Menschen in den schlimmsten Tagen ihres Lebens zu helfen!

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